Death Stranding

Bewertung: 4.5 von 5.

Circa 180 Stunden hat es gebraucht, bis ich alle Trophäen erspielt hatte. Zugegeben, dass geht auch schneller, aber ich wollte den ganzen Spaß absichtlich noch weiter in die Länge ziehen. Ich weiß gar nicht so genau, wann ich das letzte Mal soviel Langzeitgenuss und Spielspaß in ein Videospiel versenkte – vermutlich muss das die Zeit um Witcher 3 gewesen sein. Das hatte, inklusive seiner DLCs – zumindest eine ähnliche Länge vorzuweisen.

Ich möchte eigentlich gar nicht viel zum Spiel an sich sagen, denn ich glaube, jeder der darauf neugierig ist, wird es früher oder später spielen. Zum Glück ist auch die Zeit schon lange vorbei, in welcher ich Wert darauf legte, dass ihr die Spiele auch mögt, die ich mag. An diesem Spiel scheiden sich die Geister. Ich denke, jeder der einmal etwas innovatives und andersartiges spielen möchte (vor allem im AAA-Bereich), kommt an Hideo Kojima’s Neuling nicht vorbei. Ein Spiel, welches die Mechanik des Laufens zum Hauptthema macht, gab es meines Wissens bisher noch nicht. Death Stranding hat einige spezielle Momente, sei es der punktgenaue Einsatz vom absolut passenden Soundtrack und vielleicht auch jene, in denen man mit Sack und Pack in den reissenden Bach fällt und sich denkt, wtf war das? So liefen meine ersten Spielstunden ab.

Death Stranding’s Achillesferse ist die seltsame und abstruse Geschichte. Das war bei Kojima zwar etwas zu erwarten, allerdings habe ich es mir nicht so schlimm vorgestellt. Der Anfang war noch sehr nett und versprach interessant zu werden, aber mit fortschreitenden Spielstunden verlor ich zunehmend das Interesse. Gut, dass zumindest meine Hauptfigur Sam, gespielt von Norman Reedus, mir nicht sympathischer hätte sein können. Mit ihm ging ich zig Kilometer von Station zu Station, baute Straßen, baute Seilrutschen und optimierte damit die Lieferstrecken. Im Verlauf trifft man auf interessante Figuren, wie z.B. Cliff (Mads Mikkelsen), aber generell vermisse ich bei Hideo Kojima die alte (und auch unpathetische) Erzähltiefe, die er noch bei den frühen Metal Gear Solids besaß. Heute wird mir das alles irgendwann zu verrückt und wirr. Aber zum Glück funktioniert Death Stranding unabhängig von seiner erzählten Geschichte ganz fantastisch durch seine eigene und sehr besondere Spielmechanik.

Ich wäre sofort bereit für einen DLC, bisher ist jedoch nichts dergleichen angekündigt. Schöner hätte das Scheißjahr 2019 nicht zu Ende gehen können! Danke Hideo.

2 Antworten zu „Death Stranding”.

  1. Ein Spiel, welches die Mechanik des Laufens zum Hauptthema macht, gab es meines Wissens bisher noch nicht.

    Es gibt QWOP und ähnliches, falls das zählt …

    Gefällt 1 Person

  2. Ja, natürlich zählt das. :) Das Spiel scheint mir aber viel schwerer als DS zu sein. Leider gibt es ja bei DS diese Allzweckwaffe beim Ausbalancieren, indem man L1+R1 drückt, dass macht einen quasi immun gegen das Schwanken und Fallen.Wenns nach mir gegangen wäre, hätte ich das raus gelassen, um die Herausforderung zu steigern. Aber so mutig ist Kojima leider nicht – wahrscheinlich hätten sich auch zu viele beschwert.

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