Die Sache mit dem Ballett

Mein Vater wollte damals, dass ich Ballett tanze. „Gott sei Dank klappt es nicht“ dachte ich zu jener Zeit. Meine Wirbelsäule war krumm, das konnte man nicht mehr beheben. Ansonsten wäre ich wohl perfekt gewesen. Als Kind konnte ich die Schönheit dieser Tanzkunst nicht erkennen – ich war jung und dumm.

Vor einigen Tagen war ich zum ersten Mal in einer Ballettvorstellung. Vorgenommen hatte ich mir das schon vor einigen Jahren, aber man weiß ja, wie das immer so läuft. Man nimmt sich was vor, macht es aber nie, meistens kommt irgendwas dazwischen. Aber jetzt hatte es geklappt, wir gingen in die Deutsche Oper Berlin. Ausgesucht haben wir uns den klassischen und wunderschönen Schwanensee. Jeder kennt ihn, aber glaubt mir, „live“ ist das nochmal ein ganz anderes Kaliber!

Tschaikowski’s Komposition allein ist schon atemberaubend, aber in Kombination mit dem feinen Tanz auf der Bühne, entsteht so ein kraftvolles Gesamtwerk, das man ganz schwer in Worte fassen kann. Die feinen Bewegungen der Tänzer… Ballett wirkt immer etwas traurig auf mich, es ist der Tanz der absoluten Gefühle. Es ist bewundernswert, mit wieviel Kraft und Eleganz die zarten Tänzerinnen über die Bühne gleiten, sie waren überall. Die Tänzer haben kräftige Beine und ihre Gesichter sahen aus als seien sie aus Porzellan. Es gibt nicht viel, was noch schöner ist. Ballett kann man niemanden erklären, man muss es sich ansehen und vielleicht kann man es fühlen. So war es jedenfalls bei mir, mich hat es zu Tränen gerührt.

Heute bin ich etwas traurig, dass ich selbst nie Ballett tanzen konnte. Aber ich genieße es jetzt umso mehr, dabei zuzusehen.

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