52Games #12 – »Schlaf« in Dark Seed

Ja, die guten alten Adventures. Nach dem zuletzt erwähnten Phantasmagoria, schreibe ich gleich vom nächsten Horroradventure aus damaliger Zeit. Man sollte meinen, ich seie vielleicht furchtlos, dabei stimmt das eigentlich gar nicht. Ich bin durchaus ein ziemlicher Angsthase, aber Horror- und Gruselzeug fasziniert mich dennoch auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Es ist noch nicht mal dieses Survival-Ding, es ist vielmehr die Welt des Unbekannten, die Frage warum wir uns manchmal ekeln und fürchten, woher kommt das. Wie kommt der Mensch, ob das jetzt beispielsweise ein Stephen King ist oder sonstwer, auf so abstrakte Geschichten oder Figuren, wie z.B. Pennywise der Clown. Oder wer hat denn die Aliens erfunden, woher kommt die Vorstellung von ihnen und warum sehen sie sich irgendwie alle so ähnlich?

Dark Seed beantwortet mir diese ganzen Fragen zwar nicht, vielmehr stellt das Spiel selbst auch Fragen mit ähnlichem Inhalt und ließ mich damals über Tage hinweg im Dunstkreis einer anderen, mystischen Welt voller außerirdischer Wesen schweben. Ich fand dieses Adventure aus verschiedenen Gründen etwas abstoßend. Zum einen war dort dieses ungepflegte Haus. Ich hatte das Gefühl dort drin muss es ungeheuerlich stinken. In einem Zimmer stand ein alter Schrank und ein durchgelegenes Bett mit einer alten, dreckigen Matraze. An den Wänden hingen Tapetenfetzen herunter, alles wirkte alt und muffig, ich hätte dort keinen einzigen Tag, geschweige denn eine Nacht verbringen können. Das Bad, die Garage, die Küche, es war schauderhaft. Zum anderen war unsere Hauptfigur Mike Dawson mir irgendwie auch unheimlich. Nicht der Charakter an sich, sondern die Vorstellung, dass in seinem Kopf etwas heranwächst, was dort nicht hingehört. Er war der Wirt, der Brutkasten für dieses »Ding«.

Das Spiel sah vor, dass man innerhalb von drei Tagen herausfindet, was mit Mike passiert ist, woher seine Kopfschmerzen kommen und was dieses Haus denn damit zu tun haben könnte. Je näher ich der Wahrheit kam, desto gruseliger wurde mir das Ganze. Am Ende eines jeden Tages musste man sich schlafen legen, in diesem abartig widerlichen Schlafzimmer und es startete eine Traumsequenz, die das Fortschreiten von Mikes Leid in seinem Kopf zeigte. Jedes Mal, wenn ich wusste, dass Mike jetzt schlafen soll um den neuen Tag zu triggern, sträubte ich mich innerlich dagegen. Die Vorstellung, dass dieses Vieh in seinem Kopf immer größer wird und ich Dank der Traumsequenzen Zeuge davon werde, fand ich ziemlich creepy. Ich rannte ewig in dem Haus und der Umgebung herum aus Angst vor der nächsten Schlafsequenz, aber man hatte nicht unbegrenzt Zeit. Die Uhr lief mit und das bedeutete, dass ich irgendwann schlafen gehen musste.

Die ganze grafische Pracht des Spiels verdanken wir zum größten Teil keinem geringerem als Hans Rudolf Giger, einem hochbegabten Künstler des Visuellen. Er hat z.B. auch den Microphonständer von Jonathan Davis entworfen. Dem Spiel steuerte er die extrem faszinierende Alienart bei, die man unter anderem in den Cutscenes und in den Wandgemälden des Hauses finden konnte. Bis heute finde ich seine Werke unerreicht und einzigartig. Von Dark Seed gab es dann auch einen zweiten Teil, welchen ich aber nie gespielt habe. Ohne Frage ist der erste Teil eines der merkwürdigsten und auch besten Spiele, mit denen ich bisher meine Zeit verbracht habe. Es ist ewig lang her, aber ich weiß noch viele Details, dass ist bei mir leider nicht immer so.

Normalerweise schlafe ich ja sehr gerne, in echt und auch in Videospielen, ganz egal. Aber hier in Dark Seed war das wirklich jede Nacht eine Überwindung. Dieses Bett, dieses Haus, diese Träume… bah.

Zockwork Orange riefen zum tollen Projekt 52Games auf, an dem ich mich mit diesem Text über das zwölfte Thema Schlaf beteilige.

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7 Gedanken zu “52Games #12 – »Schlaf« in Dark Seed

      1. hab aus Kostengründen die jap. Version genommen, da die Sprache dort ja auch auf englisch ist. Meinst das reicht zum durchspielen? Laut dem Internetz angeblich schon.

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  1. hab aus Kostengründen die jap. Version genommen, da die Sprache dort ja auch auf englisch ist. Meinst das reicht zum durchspielen? Laut dem Internetz angeblich schon

    also wenn es in Englisch ist und du die Sprache gut kannst sehe ich da keinen Stress. Großartig wirr ist die Story ja nicht.

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