52Games #09 – »Klang« in Silent Hill

Wie wichtig Sound in Videospielen eigentlich ist, habe ich erst verhältnismäßig spät festgestellt. Vorher war da für mich nur ein bisschen »Pling« und »Plong« ohne wirklichen Zusammenhang zum Spielgeschehen, nichts weltbewegendes also. Das änderte sich dann aber an dem Tag, als ich das erste Mal Silent Hill auf der PS1 spielte. Ein damaliger Freund erzählte mir sehr begeistert davon, ich kannte es nicht mal vom Hörensagen, die Neugier war also geweckt.

Was Akira Yamaoka damals mit seinem Sound bei mir erreichte, kann man schon fast als Hypnose bezeichnen. Vom ersten Augenblick an wurde die Atmosphäre des Spiels fast ausschließlich vom Sound getragen. Silent Hill wirkte beängstigend, bedrückend und irgendwie metallisch. Einfach nur hart und dreckig. Herausgestochen ist in dem ganzen experimentellen Klangvergnügen vor allem der Ton der Sirene, der immer dann eintrat, wenn die Umgebung begann sich zu verändern. Das muss man selber spielen, man kann es nicht erklären. Falls es wirklich noch jemanden gibt, der Silent Hill nicht kennt und nicht weiß, wie fantastisch die Vertonung ist, hier mal ein kleines Video.

Schon allein die teilweise psychedelisch wirkende Musik ist grandios, gepaart mit den tollen Gesprächen, den schrägen Sounds der Umgebung und den Monstern, das hat mich damals vollkommen umgehauen. Ja, ich will schon fast behaupten, dass Akira Yamaoka mir gezeigt hat, dass ich Videopiele noch aus vielmehr Blickrichtungen betrachten müsste. Und das ist ja dann nach Silent Hill 1 auch eingetreten.

Nach all den Jahren könnte ich mittlerweile noch eine ganze Menge weiterer Beispiele auflisten, wo mir die Scores oder Effect-Sounds sehr gefallen haben. Jetzt können Spiele da ja locker bei den großen Hollywood-Produktionen mithalten. Bekannte Musiker und Komponisten werden verpflichtet und die besten Synchronsprecher werden engagiert. Aber wer zuerst kommt, der malt zuerst: Vor 13 Jahren saß Akira Yamaoka in seinem Studio und brachte mir die Audiowelt ein Stückchen näher. Niemand hat das seitdem besser hinbekommen.

…. ach drauf geschissen. Das muss noch rein in diesen Beitrag, weil einfach zu gut!

Zockwork Orange riefen zum tollen Projekt 52Games auf, an dem ich mich mit diesem Text über das neunte Thema Klang beteilige.

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6 Gedanken zu “52Games #09 – »Klang« in Silent Hill

  1. Ich muss mich wohl wirklich schämen, noch nie ein Silent Hill gespielt zu haben… Ich bin zwar eigentlich kein Freund von Horrorspielen oder Horrorfilmen, aber ich stehe auf atmosphärische Spiele und das scheint Silent Hill ja auf jeden Fall zu sein. Arrgh, so viele Spiele, die ich noch mal gezockt haben will und so wenig Zeit…

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    1. Ach, schämen muss sich ja niemand, wenn er etwas nicht gespielt hat. Und alle Silent Hill’s, die es mittlerweile auf dem Markt gibt, sind auch nicht wirklich gut. Gut bis ausgezeichnet sind wirklich nur die Teile 1 bis 3, wobei ich Teil 3 auch schon etwas in Klammern setzen würde. Vielleicht kommst du ja mal noch zumindest in den Genuss des zweiten Teils, jetzt wo die HD-Collection draußen ist. Du wirst begeistert sein, denke ich! :)

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  2. Ich hab SH damals leider nur kurz geborgt und angespielt gehabt, aber bis heute steht es auf meiner „Mal spielen-Liste“. Der Zweite Teil war zweifellos ein genre-übergreifender Meilenstein und eigentlich will ich bei fast jeder guten Spielreihe auch wissen, wo sie ihren Ursprung hat. Schade, dass Konami nicht auch SH 1 noch mal aufpoliert hat, aber wenn man sich mal die Kritiken zur SH Collection anschaut, dann ist es evtl. doch besser so.

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  3. Ja, ich habe auch schon gelesen, dass die Umsetzung der HD-Collection grausig sein soll. Dazu kann ich nur sagen, dass da wohl einfach der nötige Respekt vor den Spielen gefehlt hat. Ich wollte sie mir eigentlich kaufen, da meine PS2 mittlerweile schon vor geraumer Zeit den Geist aufgegeben hat. Das der fabelhafte erste Teil fehlt ist natürlich auch noch ein weiterer Minuspunkt, deshalb werde ich da sicherlich auch keinen großen Preis für ausgeben. Schade, schade!

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