52Games #08 – »Stadt«

Mark Hammond beugt sich weinend über den toten Körper seiner Ehefrau. Sie liegt auf dem Bett im gemeinsamen Schlafzimmer, erschossen von seinem ehemaligen Boss. Der nächste Schock wartet nicht lang, Marks Sohn wurde entführt von den Leuten, für die er einmal gearbeitet hat. Er soll als Druckmittel dienen, damit Mark erneut Aufträge für die zwielichtige Mafia ausführt.

Mark hört durch das offene Fenster seinen Sohn schreien, Fahrzeugtüren fallen laut zu. Er rennt schnell die Treppen seines Wohnhauses hinunter auf die Straße. Vom Wagen, in dem sein Sohn sitzt, nimmt er nur noch die qualmenden, quietschenen Reifen wahr. Er rennt noch ein kleines Stück, dann sackt er erschöpft zu Boden. Hier hockt er nun verzweifelt, in einer der schönsten Städte der Welt: London.

In the Getaway, welches ich 2004 mit Begeisterung spielte, wurde London mit seinen Straßen und insbesondere seinen zahlreichen Schauplätzen fast originalgetreu nachgebaut. Ähnlich wie in GTA, kann man zu Fuß oder mit dem Auto die Stadt bereisen. Sie wirkte zwar nicht besonders lebendig, so konnte man beispielsweise nicht in Läden rumflanieren und einkaufen, aber man durfte die Stadt bestaunen und das ist für meine Bedürfnisse viel mehr wert. Eine Sightseeingtour zum Big Ben und dem Hide-Park war hier durchaus lohnenswert. An die Fahrtrichtung auf der linken Seite musste ich mich erst einmal gewöhnen, aber England ist eben England. Die verschiedenen Missionen jagten mich durch dunkelste Hinterhöfe Londons, bis hin zur schönen Themse. Ich bilde mir ein, wirklich dort gewesen zu sein. Als Mark, in London.

Ein tolles Spiel, in einer tollen Stadt.

Zockwork Orange riefen zum tollen Projekt 52Games auf, an dem ich mich mit diesem Text über das achte Thema Stadt beteilige.

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3 Gedanken zu “52Games #08 – »Stadt«

  1. Uuh, gute Wahl! Die Faszination an perfektionistischen Städten und realen Schauspielern mit HUDVerzicht nahm damals ja schon viele Elemente von L.A. Noire vorweg, was ja vom gleichen Regisseur war. Und nie werden ich und Spielereins vergessen, wie wir nach einer ewigen, harten Verfolgunsgjagd endlich unentdeckt an unserem Zielpunkt ankamen, aus dem Wagen stiegen und wenige Meter vor dem Speicherpunkt von einem Laster überfahren wurden.

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    1. Haha, das ist ungefähr genauso cool, wie bei Dark Souls die Klippe ins Nichts hinunter zu springen, weil da steht „Achtung Schatz.“ :)
      Ich mag das Spiel auf jeden Fall auch und ich würde es gern nochmal spielen, nur leider habe ich keine PS2 mehr. Ich fand bei den Schauspielern, insbesondere bei Mark, diese Wut und Verzweifelung sehr gut spürbar. Das Voiceacting war große Klasse.

      Das LA Noire und Getaway den gleichen Regiesseur haben wusste ich gar nicht. Passt aber.

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