52Games #04 – »Minimalismus« in Flower

Flower ist ein fantastisches Spiel! Ich habe es im Grunde gar nicht wirklich als Spiel wahrgenommen, es war eher eine Reise durch eine (halb)reale Welt. Lustigerweise wird mir gerade bewusst, dass es auch ausgezeichnet zum Thema »Natur« gepasst hätte, denn hier sieht man wirklich viel von ihr. Der Titel sagt es ja schon und wenn man bedenkt, dass man selbst eine Blüte ist, dann sogar viele Blüten und wir sanft durch Gräser, Häuser, Gestein gleiten, dann ist das nicht nur ein Naturflash, sondern eben auch eine kleine Weltreise.

Als Flower erschien sagten viele, es passiert hier zu wenig. Ich sehe das jedoch komplett anders. Flower ist voll von Bewegungen und Schwingungen, kleinen leisen Geräuschen und sanften Musikklängen. Es ist voller Farben und Formen, wechselnd hell und dunkel und wunderbar flexibel in seiner Geschwindigkeit.

Wir fliegen als Blütenblatt durch den Wind, schweben uns nur mit dem Sixaxis vorran ohne jemals einen Knopf drücken zu müssen, gleiten so zur nächsten Blume, um uns erneut eine weitere Blüte zu greifen und wir dann irgendwann ein ganzer Schwarm aus bunten Blüten sind. So müssen wir uns durch die Welt begeben, kleinen und großen Gefahren begegnen und die zarten Blüten dürfen keinen Schaden nehmen.

Flower ist einfach wunderschön und trotz der doch zahlreichen Elemente, ist jedes einzelne davon extrem minimalistisch und dennoch wirkt es gewaltig, überzeugend und eindringlich.

Die Musik. Sie ist zwar da, doch sie beschränkt sich auf kleine, leise Pianoklänge oder liebliche Streicher. Die Grafik ist grell, klar, bunt, man sieht jeden einzelnen Grashalm. Der Himmel, die Wolken, die Flora sind farblich klar abgegrenzt voneinander, nichts verschwimmt und alles steht für sich selbst, es ist von keinem zuviel vorhanden. Es hat den Anschein, dass jede Blüte und jeder Halm genau abgezählt sind. Manchmal hört man ein leises »Bling«, wenn zwei Blüten aufeinanderprallen. Der Wind rauscht leise im Hintergrund, fliegen wir an einem Strommast vorbei, hören wir ihn etwas brummen. Wir steuern die Blüten nur mit dem Sixaxis-Controller ohne einen Knopfdruck, wir lassen ihn ganz entspannt durch die Luft gleiten. Hier ist alles beschränkt auf das Wesentliche, alles ist »mini« und es passiert nur »mal«.

Flower ist eines der besten und schönsten Spiele, die ich kenne!

Zockwork Orange riefen zum tollen Projekt 52Games auf, an dem ich mich mit diesem Text über das vierte Thema Minimalismus beteilige.

Advertisements

2 Gedanken zu “52Games #04 – »Minimalismus« in Flower

Hinterlasse einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s